Schnittstelle zwischen Schule und Studium geschaffen
Diakonisches Bildungszentrum Alfeld schließt Kooperationsvertrag mit Fachschule der Diakonie in BielefeldZur Weiterqualifikation und zum Weg ins Studium motivieren sowie optimal vorgebildeten Studenten die akademische Ausbildung erleichtern – so lassen sich die Vorteile zusammenfassen, die das Diakonische Bildungszentrum Alfeld (DBZ) und die Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld (FHdD) dazu bewogen haben, eine Kooperation einzugehen.

Prof. Dr. Martin Sauer (links) und Dr. Klaus Grünwaldt unterzeichnen den Kooperationsvertrag im Beisein von Stefanie Stumpe, Helgard Feldbinder, Prof. Dr. Hans-Ulrich Ahlborn und Prof. Dr. Susanne Vaudt (v.l.n.r.).
Gesundheits- und Sozialberufe werden vom DBZ an den Standorten in Alfeld und Hildesheim gelehrt. „Dieses ganze Berufsfeld wandelt sich“, erklärt Helgard Feldbinder, die Schulleiterin des DBZ. Auf Personen in Leitungsfunktionen kämen als Folge des Kostendrucks und der Pflegeversicherung verstärkt Aufgaben hinzu. „Fachkräfte müssen über Management- und Mentoring-Fähigkeiten verfügen“, so die Pädagogin. Sie weist darauf hin, dass in Gesundheitseinrichtungen verstärkt Ehrenamtliche und Hilfskräfte eingesetzt werden beziehungsweise die stationäre Pflege nach Möglichkeit vermieden werden soll.
„Hier wird schon ein Teil des Studiums vorweggenommen“, lobt Prof. Dr. Martin Sauer, der Rektor der Bielefelder Fachschule der Diakonie, die Arbeit des DBZ. „Wir können nach einer Überprüfung beispielsweise Leistungsnachweise anerkennen, die bereits im DBZ abgelegt wurden.“ So ließe sich die Studienzeit verkürzen.
Ein Studium an der FHdD ist möglich, während man im Beruf weiterarbeitet. Das gilt auch für ehrenamtliche Arbeit, so dass kein Beschäftigungsverhältnis vorliegen muss. Die Lerninhalte werden dann in Tagesseminaren vermittelt, der Datenaustausch findet zu einem großen Teil über das Internet statt und gelernt wird in regionalen Gruppen. Dahinter verbirgt sich ein modernes Lernkonzept der seit zwei Jahren bestehenden Hochschule, das ein bundesweites Einzugsgebiet ermöglicht.
„Gerade im Bereich der Heilerziehungspflege haben wir Schülerinnen und Schüler mit Potential“, weiß die Dozentin und Qualitätsbeauftragte Stefanie Stumpe. Und auch Prof. Dr. Hans-Ulrich Ahlborn, der dem Nachwuchs unter anderem die Voraussetzungen des wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt, bestätigt dies. Durch seine Anregung kam es zur erst zweiten Kooperation einer niedersächsischen Fachschule für Heilerziehungspflege mit einer Hochschule in diesem Bereich. Für die FHDD ist die Zusammenarbeit sogar ein Novum.
Dr. Klaus Grünwaldt, als Superintendent Vorsitzender des Trägervereins der Schule, schätzt die Verzahnung der Bildungsangebote als wichtig ein: „Wissenschaft und Praxis sollten in einem guten Verhältnis stehen“. Es sei ein Trugschluss, ergänzt Hellgard Feldbinder, dass man nach der schulischen Ausbildung mit dem Lernen aufhören könne und sich nur einen Job suchen müsse. „In diesen Berufsfelder muss man sich ständig weiterbilden. Eigentlich geht es dann erst los,“ so die Schulleiterin des DBZ.